Unsere Gottesdienste im Mai 2018

Unsere Gottesdienste im Mai

Gottesdienst mit Abendmahl

Gottesdienst mit Abendmahl

Datum: 6. Mai 2018 11:00
Mitwirkende: Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst am Himmelfahrtstag

Datum: 10. Mai 2018 11:00
Mitwirkende: Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Abendgottesdienst

Datum: 12. Mai 2018 18:00
Mitwirkende: Aziz Lewandowsky, Richard Horn

 

Abendgottesdienst

Datum: 19. Mai 2018 18:00
Mitwirkende: Pfarrer Richard Horn

Andacht zur Pfingstsause

Datum: 20. Mai 2018 09:30
Mitwirkende: Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Andacht zur Pfingstsause

Datum: 20. Mai 2018 11:00
Mitwirkende: Pfarrer Richard Horn
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Unsere Gottesdienste im März 2018

Gottesdienst
Sonntag 4. März 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Kiekebusch, Am Amtsgarten 1, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 4. März 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Brusendorf, Kirchweg, 15749 Mittenwalde
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn


Gottesdienst
Sonntag 11. März 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Groß Kienitz, Groß Kienitzer Dorfstraße 14, 15831 Blankenfelde-Mahlow
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 11. März 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Rotberg, Rotberger Dorfstraße, 12529 Schönefeld, Deutschland
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn


Bibelabend im Gemeindehaus Selchow – Bibelwoche zum „Hohelied Salomos“
Donnerstag 15. März 2018, 18.30 Uhr
Gemeindehaus Selchow, Glasower Straße 2, 12529 Schönefeld
Pfarrer Richard Horn


Gottesdienst zum Palmsonntag
Sonntag 25. März 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Waßmannsdorf, Dorfstraße 42, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst zum Palmsonntag
Sonntag 25. März 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Selchow, Alte Selchower Straße 9, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn


Gottesdienst am Gründonnerstag mit Abendmahlsfeier
Freitag 30. März 2018, 15.00 Uhr
Dorfkirche Brusendorf, Kirchweg, 15749 Mittenwalde
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Muss der Text des Vater Unsers geändert werden?

…und führe uns nicht in Versuchung!

Täglich beten Christen diese Zeile des Vater Unsers, doch nun ist sie ins „Gerede“ gekommen. Papst Franziskus hat vorgeschlagen, diese Worte zu ändern, denn sie transportierten ein falsches Gottesbild. „Es ist nicht Gott, der uns in Versuchung führt, sondern der Teufel.“ Darum sei die gewohnte Formulierung „keine gute Übersetzung“. Der Papst schlägt vor, stattdessen zu beten: „…und lass uns nicht in Versuchung geraten.“

Andere Vorschläge, die von katholischen Theologen gemacht wurden, lauten: „Führe uns in der Versuchung…“ oder „Führe uns durch die Versuchung hindurch…

Ist es denn wirklich Gott, der uns in Versuchung führt? Ist es der Vater selbst, der uns auf die Probe stellt? Oder ist es – wie Papst Franziskus sagt – der Teufel? Die Autoren der Bibel sind sich in dieser Frage nicht ganz einig: „Gott versucht niemanden, und er kann auch selbst nicht versucht werden.“ steht in dem neutestamentlichen Brief, der dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird. Fast immer ist es also der Teufel, der Satan oder der „Versucher“, der die Menschen verführen will.

Gott lässt aber die Versuchung zu; vom ersten Buch der Bibel an, wo beschrieben wird, wie die Schlange Eva und Adam verführt, von der verbotenen Frucht zu essen, bis hin zu der Geschichte im Evangelium, in der Christus selbst von dem Teufel versucht wird, aus Steinen Brot zu machen und sich vom Dach des Tempels in Jerusalem zu stürzen, um unbezweifelbar zu beweisen, dass er wirklich Gottes Sohn ist – immer wieder werden Menschen auf die Probe gestellt und müssen ihre Treue zu Gott beweisen.

Eindrücklich und zugleich bedrückend ist wohl vor allem die Erzählung von der Versuchung Abrahams, der sich von Gott aufgefordert sah, seinen Sohn Isaak auf dem Berg Morijah als Brandopfer zu verbrennen. Tagelang ziehen Vater und Sohn auf dem Weg zu diesem Gebirge; Isaak hilft noch selbst bei der Vorbereitung des Ritualmordes mit, indem er das Feuerholz trägt; und erst im allerletzten Moment greift Gott in der Gestalt eines Engels ein und fällt Abraham in den Arm mit dem blitzenden Messer: „Nun sehe ich, dass Du Gott fürchtest, denn du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten…

Vielleicht beginnt die Frage nach dem Sinn dieser Bitte im Vater-unser-Gebet tatsächlich mit der Frage nach der richtigen Übersetzung: Das hebräische Wort, das Luther hier mit Versuchung übersetzt, lautet „nasā“ und ist eigentlich ein Begriff aus der Rechtssprache. Es hat die ursprüngliche Bedeutung von: jemanden zu einem Rechtsstreit herausfordern, jemanden vor ein Gerichtsverfahren ziehen und ganz allgemein auch: Jemanden einer Prüfung unterziehen.

In diese Richtung geht auch die Bedeutung des griechischen Wortes „peirasmos“, wie es im Vaterunser verwendet wird. Es kann sowohl prüfen als auch versuchen (im Sinne von: Zur Sünde verführen) heißen.

Es scheint also den biblischen Autoren nicht zuerst darum zu gehen, Gott als Verführer darzustellen, der nur zu gern seine Geschöpfe bei einem Fehler auf frischer Tat ertappen möchte. Natürlich sind die Texte nicht ganz eindeutig, widersprechen sich wohl auch, je nach der ihnen zugrunde liegenden Theologie. Trotzdem: Gott will nicht Menschen zum Bösen verführen. Es geht auch fast immer nicht um einer Art „Treuetest“, wie sie eine Zeit lang in den Fernseh-Realityshows am Nachmittag zu sehen waren, wo Männer in Cafés oder Kneipen von einem „Lockvogel“ verführt wurden, Handynummern auszutauschen oder flüchtige Küsse zu wechseln.

Warum stellt dann aber Gott den Baum mit der verbotenen Frucht in die Mitte des paradiesischen Gartens? Warum lässt er zu, dass Abraham seinen Sohn fesselt und auf den Altar mit dem Feuerholz legt, das Messer in der zitternden Hand? Warum muss sogar Jesus selbst am Tag vor seiner Kreuzigung Blut und Wasser schwitzen im Garten Gethsemane?

Vielleicht werden diese Versuchungsgeschichten in der Bibel als Warnung und Mahnung erzählt, nicht die Anfälligkeit der menschlichen Natur zu vergessen und ihre Neigung, sich so furchtbar leicht verführen zu lassen zu Handlungen, die nicht wirklich der eigenen moralischen Haltung entsprechen. Vielleicht geht es darum, sich in die Menschen, von denen dort berichtet wird, hineinzuversetzen und sich zu fragen: Was hättest du getan?

In vielen Gebeten und Liedtexten der Kirche wird auf die Schwachheit des menschlichen Charakters hingewiesen, zusammen mit der Mahnung, sich nicht leichtfertig selbst in Situationen zu bringen, in denen die eigene Integrität auf die Probe gestellt wird: „Seid nüchtern, seid wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Widersteht ihm, bleibt fest im Glauben!

„Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel über dein Dach fliegen; du kannst aber sehr wohl etwas dagegen tun, dass sie Nester auf Deinem Schornstein bauen.“ lautet eine populäre Metapher, mit der diese Mahnung einprägsam formuliert wurde. Und geradezu klassisch ist auch der Sinnspruch, der angeblich aus dem jüdischen Talmud stammen soll: „Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. / Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. / Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. / Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. / Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.“

So gesehen ist es nicht Gott, der uns in Versuchung führt; es ist aber auch nicht der Teufel, es sind vielmehr die Menschen selbst, die sich in Situationen bringen und bringen lassen, in denen Glaubensstärke und Treue gefragt sind.

Wo ich mir so meiner eigenen Schwachheit bewusst werde, kann ich wohl aus vollem Herzen beten: „…führe mich nicht in Versuchung!“

Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain beschreibt in seiner humorvollen Kurzgeschichte „Der Mann, der Hadleyburg verdarb“, wie verführerisch eine Versuchung sein kann: Ein Mann kündigt an, einem der Bewohner der Kleinstadt eine beträchtliche Geldsumme zu vererben – wenn derjenige beweisen kann, dass er eben diesem Mann vor vielen Jahren aus einer Not geholfen hat. Zu diesem Zweck schreibt er einen Satz auf ein Blatt, das in einem Umschlag verschlossen ist. Er hinterlegt diesen Brief beim Bürgermeister der Stadt und reist wieder ab. Mit vielfältigen, gut ausgedachten Tricks und Finten versucht nun ein Bewohner nach dem anderen herauszufinden, wie das wertvolle Passwort lautet, um das Geld zu bekommen… und am Schluss steht die ganze Bevölkerung Hadleyburgs ziemlich blamiert da.

Ich kann der Versuchung nicht immer ausweichen. Sie gehört ebenso zur menschlichen Natur wie zum Wesen der Welt. In einem gewissen Sinn wird die Welt ja auch erst durch die Möglichkeit, Fehler zu machen oder Umwege zu gehen, interessant. Prüfungen und Widerstände stärken den Charakter; und wenn es nicht geradezu in ein Leben am Rande des Abgrunds ausartet, macht es auch Spaß, die eigenen Grenzen auszutesten und zu erforschen. Jugendliche wehren sich ja genau aus diesem Grund gegen die moralisierenden Regeln ihrer Eltern und Großeltern, weil sie ihre eigenen Fehler machen müssen und selbst sehen müssen, dass sowas von sowas kommt.

Aber ich kann darum beten, in der Versuchung nicht zu fallen und den Weg völlig zu verlieren. So wie Kinder gern auf Mauern balancieren, um ihre Schwindelfreiheit zu testen, und dabei sich doch auf die Hand ihrer Eltern verlassen, die sie im Notfall auffängt, so vertraue ich doch auf die Nähe Gottes, gerade, wenn ich mich wieder einmal dem „brüllenden Löwen“ stellen möchte.

Muss also nun das Vater unser geändert werden? Ich denke nicht. Ich werde weiter so beten wie gewohnt.

Aber ich bin dem Papst dankbar für die Anregung und den frischen Wind, den er mit seiner Frage in den europäischen Blätterwald gepustet hat: Lange schon ist nicht mehr so viel und von so vielen über das wichtigste Gebet der Christenheit nachgedacht und diskutiert worden – selbst von Christinnen und Christen nicht. Und wenn wir uns nun ein bisschen mehr darüber klar geworden sind, was wir da eigentlich beten – dann hatte die ganze Aufregung einen guten Sinn.

Schwerter zu Pflugscharen

Gott spricht Recht im Streit der Völker,
er weist viele Nationen zurecht.
Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern
und Winzermesser aus ihren Lanzen.
Jesaja 2,4 (Einheitsübersetzung)

Mehr als fünfunddreißig Jahre ist es her, dass in Zusammenhang mit einem Gottesdienst am Buß- und Bettag, zu dem der sächsische Landesjugendpfarrer Harald Bretschneider einlud, ein Lesezeichen aus Stoff verteilt wurde, auf dem die Losung abgedruckt war, die später zum Wahlspruch der Friedensbewegung in der Deutschen Demokratischen Republik wurde: „Schwerter zu Pflugscharen.“

In der Zeit, in der nach dem zweiten Weltkrieg in den Jahren des „eisernen Vorhangs“ viele junge Männer den Dienst an der Waffe antreten mussten, war für viele Christen in Ost und West dies ein Symbol der Hoffnung: Kriegsgeräte und Waffen werden nicht mehr nötig sein, wenn es Frieden zwischen den Völkern gibt.

In den vergangenen fünfunddreißig Jahren ist eine neue Generation herangewachsen, die die DDR nicht mehr aus eigener Anschauung kennt, die sich aber angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage mehr als die West-Deutschen damals – zum Teil auch aus persönlicher Betroffenheit heraus – mit der Frage nach dem Verhältnis von Krieg und Frieden auseinandersetzen muss.

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“ Dieses Leitwort hat der Ökumenische Rat der Kirchen unter dem Eindruck der Gräuel des Zweiten Weltkrieges schon 1948 bei seiner Gründung in Amsterdam verkündet. „Frieden schaffen ohne Waffen!“ war der Slogan, der in den achtziger Jahren auf Demonstrationen gerufen wurde, bei denen sich Bürger gegen die Aufstellung von atomaren Mittelstreckenraketen in Deutschland wehrten.

Nicht immer ist die Wirklichkeit so einfach zu beschreiben, wie überzeugte Pazifisten sie gerne sehen. Es gibt gute Gründe, die dazu führen, dass auch Christen heute als Soldat in Kriegsgebiete dieser Welt ziehen, um dort mit der Waffe für Gerechtigkeit und Menschenrechte einzutreten – und es gibt gute Gründe, warum andere Menschen aus christlich geprägtem Gewissen heraus gerade diesen Dienst verweigern.

Doch muss man die Wirklichkeit immer im Blick behalten und die Dinge beim Namen nennen: Krieg ist Sünde. Der Rat der EKD hat 2003 in einer Denkschrift veröffentlicht: Jeder Krieg ist ein so großes Übel, dass der Einsatz militärischer Gewalt von der Politik nur im äußersten Notfall erwogen werden darf und auch dann noch unentrinnbar mit Schuld verbunden bleibt. Jeder Krieg bringt Elend über viele Unschuldige und erreicht oft nicht einmal die Ziele, um deretwillen er geführt wird.

Es gibt Situationen, in denen jede Entscheidung, die man trifft, einen Menschen und auch einen Staat mit Schuld belastet. Der einzige Trost, der uns dann bleibt, ist zu wissen, dass Gott uns, die wir in den sündhaften Strukturen und Sachzwängen dieser Welt behaftet sind, nicht die Tür vor der Nase zuschlagen wird. Sein Gericht ist gerecht, denn er wird alles recht machen.

Unsere Gottesdienste im Februar 2018

Monatsspruch Februar
Es ist das Wort ganz nahe bei dir,
in deinem Munde und in deinem Herzen,
dass du es tust.

5. Buch Mose, Kapitel 30, Vers 14

Gottesdienst Sexagesimae
Sonntag 4. Februar 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Kiekebusch, Am Amtsgarten 1, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst Sexagesimae
Sonntag 4. Februar 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Brusendorf, Kirchweg, 15749 Mittenwalde
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst Estomihi
Sonntag 11. Februar 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Groß Kienitz, Groß Kienitzer Dorfstraße 14, 15831 Blankenfelde-Mahlow
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst Estomihui
Sonntag 11. Februar 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Rotberg, Rotberger Dorfstraße, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst Invokavit
Sonntag 25. Februar 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Waßmannsdorf, Dorfstraße 42, 12529 Schönefeld
Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst Invokavit
Sonntag 25. Februar 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Selchow, Alte Selchower Straße 9, 12529 Schönefeld
Pfarrer Richard Horn

Raus mit dem Baum!

Am zweiten Feiertag gibt’s Reste. Die Geschenke sind ausgepackt, der Papiermüll entsorgt, die Gans ist gegessen. Bei manchen Zeitgenossen fliegt schon morgen der Weihnachtsbaum aus der Wohnung, damit man Platz hat — Ja, wofür? Was bleibt vom Fest?

Eigentlich ist das Christfest der Mittelpunkt eines vierzehn Wochen langen Festkreises. So, wie vor Ostern sieben Wochen lang gefastet und dann – zumindest theoretisch – sieben Wochen lang die österliche Freudenzeit gefeiert wird, so beginnt auch sieben Wochen vor Weihnachten die Adventszeit, und nach dem Christfest ist vierzig Tage lang eine weihnachtliche Freudenzeit, bis zum Fest „Mariae Lichtmess“ am 2. Februar, von dem allerdings in der evangelischen Kirche kaum noch jemand etwas weiß.

Trotzdem haben viele Menschen schon am Zweiten Feiertag das Gefühl, dass das Fest vorbei ist. Die Verwandten, die zu Weihnachten angereist sind, packen ihre Koffer und machen sich auf dem Weg zum Bahnhof, in der Wohnung wird aufgeräumt, man schickt die Kinder ins Kino, damit man mal Ruhe hat und die Beine hochlegen kann — und dann ist sie da wieder, diese bleischwere Müdigkeit, die Traurigkeit, der Zweifel… Es war ein schönes Fest; wenn es gut ging, haben wir die vergangenen Tage genossen; aber nun ist es, als ob gar nichts gewesen ist…

War Weihnachten so gemeint?

Was ist mit dem Glanz über der Krippe, dem Jubel der Engel, den redlichen Hirten, die anbetend die Knie beugten? Was ist mit den drei Weisen aus dem Morgenland, die Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten?

Nein, Halt! Die kommen ja erst noch!

Was bleibt vom Weihnachtsfest? Es kommt – auch – auf uns selbst an. Wenn wir die Gedanken an den Mensch gewordenen Gott mit dem Tannenbaum aus dem Haus werfen, bleibt nicht viel mehr als Leere zurück…

„Die Hirten kehrten wieder um und erzählten voller Freude, was sie gesehen und gehört hatten.“ heißt es am Ende der Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium, „Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen…“

Bewegt es in Euren Herzen, dass Gott Mensch geworden ist in dieser Welt. Mit der Kraft dieses Glaubens können wir vielleicht ein Stück dazu beitragen, dass es hier in dieser Welt menschlicher zugeht…

Unsere Gottesdienste im Januar 2018

Gottesdienst
Sonntag 14. Januar 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Kiekebusch, Am Amtsgarten 1, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 14. Januar 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Brusendorf, Kirchweg, 15749 Mittenwalde
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 21. Januar 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Groß Kienitz, Groß Kienitzer Dorfstraße 14, 15831 Blankenfelde-Mahlow
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 21. Januar 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Rotberg, Rotberger Dorfstraße, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 28. Januar 2018, 09.30 Uhr
Dorfkirche Waßmannsdorf, Dorfstraße 42, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst
Sonntag 28. Januar 2018, 11.00 Uhr
Dorfkirche Selchow, Alte Selchower Straße 9, 12529 Schönefeld
Organist Aziz Lewandowski, Pfarrer Richard Horn

Zwischen den Jahren…

Manche Leute nennen die Woche um den Silvestertag herum die Zeit “zwischen den Jahren…” In so einer Zwischenzeit fühle ich mich gerade jetzt auch. Als Pfarrer bin ich es gewohnt, mit dem Kirchenjahr zu leben. Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Erntedank – diese Daten sind für mich wichtig; sie geben meinem Denken und Fühlen Struktur. Am letzten Sonntag ging mit dem Ewigkeitssonntag das Kirchenjahr zu Ende, und am nächsten Sonntag wird mit dem Ersten Advent ein Neues beginnen.

Ich empfinde den Jahreskreis aber nicht als einen geschlossenen Zirkel. Ich stelle mir ihn eher so wie diesen mit dem Pinsel gemalten Kreis aus der Zen-Mythologie. Einen geschlossenen Kreis gibt es im Zen nicht, denn er wäre das Bild der Vollkommenheit, die in dieser Welt nicht erreichbar ist. Darum lassen die Tusch-Künstler, die diese Bilder für die Meditation malen, ihre Kreise immer an einer Stelle geöffnet, eine bewusste Form der Unvollkommenheit, die diese Kreise zu einem Teil der irdischen und endlichen Welt macht – sie sind Symbol der Ewigkeit, aber nicht die Ewigkeit selbst.

Diese winzige “offene Stelle” im Kreis sprüht aber nach meinem Empfinden geradezu von geistlicher und spiritueller Energie; und ebenso ist auch diese “offene Woche” am Ende des Kirchenjahres eine unerschöpflich inspirierende Quelle von Gedanken und Gebeten…

Am Ewigkeitssonntag wurde in den Gottesdiensten darüber nachgedacht, dass wir endliche Menschen sind und immer wieder an ein solches Ende kommen – das Ende eines Jahres ist erreicht, das Ende eines Lebens steht dem denkenden und glaubenden Menschen immer vor Augen. Irgendwann werden auch diese Erde und ihre Sonne vergehen und vielleicht wird eines unendlich fernen Tages einmal auch das Universum enden. Nichts bleibt für die Ewigkeit.

Als Christen gehen wir auf dieses Ende aber nicht ohne Hoffnung zu. Denn Gott hat uns das Versprechen gegeben: “Ich lebe – und auch ihr werdet leben!” Für uns ist das Ende der Zeit und das Ende der Welt nicht das Ende unseres Daseins, sondern der Beginn eines neuen Seins in der Gegenwart Gottes.

Das Ende des Jahreskreises ist wie ein Sprungplatz unserer Hoffnung, der Ort, von dem unsere Gedanken sich in den Himmel schwingen. Wir singen Lieder wie “Jerusalem, du hochgebaute Stadt, ich wollt’, ich wär in dir…” und beten zu Christus, dem König der Ehren, der wiederkommen wird, zu richten und zu heilen die Lebenden und die Toten.

Am Ersten Advent beginnen wir aufs Neue, die Geschichte von Jesus Christus zu erzählen, sie in Gottesdiensten und Festen nach zu empfinden und sie so zu vergegenwärtigen. Was einmal war, wird wieder sein, und was vergangen ist, wird wieder lebendig… Der Stern geht auf in der Mitte der Nacht und zeigt den Weisen den Weg hin zur Krippe, wo sich das Wunder ereignet, dass Gott Mensch wird, das Wort Fleisch, das Ewige und Unfassbare sich klein macht hinein in unsere Welt.

Welchen Ärger dieser Glaube an den Mensch gewordenen Gott in den Menschen damals hervor rufen musste, können wir uns heute kaum noch vorstellen: Gott war für die Menschen in der klassischen Zeit der Inbegriff der Reinheit und der Schönheit, unveränderlich und entrückt in himmlischen Sphären, unerreichbar für das unberechenbare Chaos und den Staub und den Schmutz dieser Welt. Aber Christen bekennen genau das: Gott hat sich in diese Welt hineingeboren, sich schwach und verletzlich gemacht und so gezeigt, dass seine Liebe alle Grenzen überwindet, auch diese letzte, kategorische, existenzielle, kosmoszersprengende Grenze zwischen Mensch und Gott. Er, den Himmel und Erde nicht fassen können, kam in diese Welt. – Das ist für mich eine Art “Gegen-Unendlichkeit”, ein Infinitesimal, eine Singularität, eine undefinierbare Extremstelle im stetigen Fluss der Zeit.

Wie der Ewigkeitssonntag ein Sprungbrett meiner Hoffnung ist, ist der Erste Advent der Tag, an dem meine Hoffnung wieder zur Welt kommt, zurück auf die Erde, in unsere Stadt, mein Haus, mein Herz. Nicht weltfremd und abgehoben, sondern bodenständig und praktisch muss Glauben, Hoffen und Lieben sein. Nicht auf Engel und nicht auf die Sterne will ich meinen Blick richten, sondern auf die Menschen, die ich liebe – und auch auf die Menschen, die für meine Geduld immer wieder eine Herausforderung sind.

Möge Gott dieses neue Jahr segnen – für mich und für uns alle.

Unsere Gottesdienste im Dezember 2017

Adventsmarkt in Kiekebusch

Samstag 2. Dezember 2017, 16.30 Uhr

Dorfkirche Kiekebusch, Am Amtsgarten 1, 12529 Schönefeld, Deutschland

Weihnachtsmarkt mit Trompetenmusik in Brusendorf

Samstag 2. Dezember 2017, 16.00 Uhr

Dorfkirche Brusendorf, Kirchweg, 15749 Mittenwalde, Deutschland

Gottesdienst

Sonntag 3. Dezember 2017, 09.30 Uhr

Dorfkirche Rotberg, Rotberger Dorfstraße, 12529 Schönefeld, Deutschland
Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst

Sonntag 3. Dezember 2017, 11.00 Uhr

Dorfkirche Groß Kienitz, Groß Kienitzer Dorfstraße 14, 15831 Blankenfelde-Mahlow, Deutschland
Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst

Sonntag 10. Dezember 2017, 09.30 Uhr

Dorfkirche Waßmannsdorf, Dorfstraße 42, 12529 Schönefeld, Deutschland
Pfarrer Richard Horn

Gottesdienst mit Abendmahl

Sonntag 10. Dezember 2017, 11.00 Uhr

Dorfkirche Selchow, Alte Selchower Straße 9, 12529 Schönefeld, Deutschland
Pfarrer Richard Horn

Festgottesdienst mit Viola Kennert

Sonntag 24. Dezember 2017, 15.00 Uhr

Dorfkirche Waßmannsdorf, Dorfstraße 42, 12529 Schönefeld, Deutschland
Superintendentin Kennert

Sankt Martin und die Kerzen in der Nacht

Es ist November, und es ist kalt draußen und dunkel. Alle Leute, die Zeit haben und zu Hause bleiben können, sitzen in ihrer Wohnung an einem schönen, warmen Feuer und trinken heißen Tee, um sich aufzuwärmen. Und wer draußen unterwegs sein muß, zieht sich schön warm an, damit er nicht friert: Einen dicken warmen Mantel, einen Schal, Stiefel und Handschuhe, eine Mütze oder einen Hut und Ohrenschützer…

So reitet auch St. Martin warm angezogen mit einem weiten roten Mantel, und das lange, scharfe Schwert hängt an seiner Seite, denn er ist ein römischer Soldat, und wie er so reitet, sieht er sich die Leute an, die dick eingemummelt durch den Schnee nach Hause laufen. Nur einer sitzt da mitten im Schnee…

Wer sitzt da? – Ein Bettler, ein armer Mann.

Was hat er an? – Nur ein paar Lumpen?! Mehr kann er sich nicht leisten, denn er ist arm. Er kann sich keinen Mantel kaufen, denn er ist arm, er kann nicht in einem warmen Zimmer sitzen und Tee trinken, denn er ist arm, er kann nur da im Schnee sitzen und frieren, und vielleicht stirbt er bald, weil es so kalt ist.

St. Martin reitet – warm angezogen – mit seinem Pferd vorbei und sieht den Bettler da stehen. Und wie er friert – brrrrr! Und wie er zittert! Und ganz blau ist er im Gesicht.

Martin hat Mitleid mit dem armen Bettler. Er will ihm gerne helfen. Aber was kann er tun? Was kann Martin machen?

Ja, er zieht sein Schwert und nimmt seinen schönen roten Mantel und schneidet ihn – ratsch! – mitten durch. So! Nun hat er zwei halbe Mäntel. Er gibt dem armen Bettler eine Hälfte, und die andere Hälfte nimmt er für sich.

Der arme Bettler wickelt sich in sein geschenktes Mantelstück und friert schon viel weniger. Er ist glücklich, denn sterben muss er diese Nacht noch nicht.

Martin aber reitet weiter, und er sieht ziemlich seltsam aus, da auf seinem Pferd mit seinem halben Mantel. Die Leute, die ihn sehen, lachen ihn aus – Martin mit dem halben Mantel! Siehst du komisch aus! Was willst du machen, wenn du noch einem Bettler begegnest? Willst du deinen Mantel noch mal teilen, bis du dich mit einem kleinen Fetzen zudecken musst?

Martin ist ziemlich traurig, als er endlich zu Hause ankommt. Anstatt selber dem Bettler zu helfen, haben die Leute Martin ausgelacht. Weil er jetzt nur noch einen halben Mantel hat. Und weil er so sonderbar aussieht mit einem halben Mantel…

Aber in der Nacht, als alles schläft und auch Martin im Bett liegt, hat er einen Traum. Es ist ganz dunkel. Martin kann die Hand nicht vor Augen sehen, so dunkel ist es. Aber er kann fühlen, dass er eine Kerze in der Hand hat, so wie ihr auch, aber die nützt ihm nichts, sie brennt nämlich nicht. Martin fürchtet sich ein bisschen, denn er kann nichts sehen. Da sieht er plötzlich Jesus, er hat einen halben roten Mantel an, die Hälfte von Martins Mantel, die er dem Bettler gegeben hatte! Und Jesus hält eine brennende, leuchtende Kerze in der Hand.

Jesus sagt: Sei nicht mehr traurig. Es ist gut, dass du deinen Mantel geteilt hast. Was du an diesem armen Mann getan hast, das hast du an mir getan. Was du ihm geschenkt hasst, hast du mir geschenkt.

Martin darf seine Kerze an der Kerze von Jesus anzünden. Sie teilen das Licht. Da wird es ein bisschen heller, und Martin kann sehen, dass da im Dunkeln viele Leute stehen, jeder mit einer Kerze. Jesus sagt zu Martin: Teil Du das Licht aus, trage das Licht in die Welt.

Aber – wenn ich teile, dann habe ich doch immer weniger? Nur einen halben Mantel, nur einen kleinen Fetzen, um mich zu zu decken? Bleibt denn von dem Licht nicht nur ein kleiner Funken übrig, der keinem Menschen mehr nutzt? Probiere es aus, sagt Jesus, du wirst schon sehen.

Martin gibt sein Licht weiter, so wie wir das jetzt auch machen, und es wird heller und heller. Keiner muss im Dunkeln bleiben, alle geben das Licht weiter, jeder teilt mit seinem Freund, mit seinem Nachbarn, mit seinen Kindern und Eltern, mit dem, der neben ihm steht.

Am Schluss ist es ganz hell, und Martin sieht jetzt, wie gut es ist, zu teilen. Auch wenn er erst mal weniger hat: am Ende haben alle mehr. Denn sie lernen, wie Gott die Menschen liebt – Er hat Alles mit uns geteilt.