24. Juni – Johannistag

Am 24. Juni ist Johannistag, astronomisch gesehen die Sommersonnenwende, nach kirchlicher Tradition der Geburtstag Johannes des Täufers. Sechs Monate nach und sechs Monate vor dem Heiligen Abend, dem Gedenktag der Geburt Jesu, feiern wir den „Vorläufer“, der das Kommen Jesu ankündigte. Wenn man sich vorstellt, wie die Erde in einem Jahr um die Sonne kreist, dann steht die Erde am Johannistag genau gegenüber dem Punkt, an dem die Erde in der Weihnachtszeit steht. (Ungefähr am Johannistag hat die Erde dabei den größten Abstand zur Sonne und an Weihnachten ist sie der Sonne am nächsten, mitten im Winter!) Der Geburtstag des Täufers Johannes und der Geburtstag Jesu sind so aufeinander bezogen.

Wer war Johannes? Wir nennen ihn den Täufer. Aber viele andere Namen hätten auch zu ihm gepasst. Johannes, der Rufer, die Stimme Gottes in der Wüste. Johannes, der Prediger des Herrn. Johannes, der Prophet. Wie die alten Propheten aus der Zeit der Könige Israels rief er auf zu Umkehr und Buße. Im Namen Gottes rief er. „So spricht der Herr!“ Kehrt um! Lasst ab von euren bösen Taten, lebt nach den Geboten Gottes! Denn sein Reich ist nahe herbei gekommen! Und die Menschen hörten auf ihn und kamen hinaus an den Jordan, um sich von ihm taufen zu lassen als Zeichen ihrer Umkehr.

Und dann kam Jesus zu ihm hinaus, und Johannes erkannte in ihm den Messias, den erlösenden Heiland. Johannes wurde sein Herold, sein Verkündiger, sein Ansager, ein lebendiger, lebenskräftiger Hinweis auf den, der da kommt, ja, der gekommen ist. So sehe ich Johannes am liebsten, als Herold, der dem Herrn vorangeht, ihn ankündigt: Seht, es kommt das Lamm Gottes, das der Welt Sünde trägt.

Mit großem, übergroßem Zeigefinger hat man ihn gemalt, denn er zeigt mit seinem ganzen Leben auf Jesus Christus. „Ich bin nicht wert, seine Sandalen zu binden“, hat er gesagt, „er wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen.“ – Nach dem Bericht im Evangelium hat Johannes nach der Begegnung mit Jesus seine Stellung als geistlicher Leiter aufgegeben. Die Jünger des Johannes folgen nun Jesus. Sein Verhältnis zu Jesus wird wohl am deutlichsten mit diesem Wort beschrieben: „Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.“ Darum wohl legt die kirchliche Tradition seinen Geburtstag auf die Sommersonnenwende: Von nun an nehmen die Tage und das Licht wieder ab. Mit der Geburt Jesu aber kommt das Licht zurück.

 

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